Telefonanlagen

 

Allgemein
Als Telefonanlage bzw. Nebenstellenanlage wird eine Vermittlungseinrichtung bezeichnet, die Endgeräte (Telefon, Anrufbeantworter, Faxgerät) mit dem öffentlichen Telefonnetz verbindet. Ebenfalls sind diese Geräte auch untereinander mit einer oder mehreren Leitungen miteinander verbunden.

Funktionen
Durch eine Telefonanlage hat der Nutzer eine Reihe von Vorteilen, die er bei einem normalen Einzelanschluss nicht hätte. So kann man beispielsweise kostenlose Gespräche innerhalb der angeschlossenen Endgeräte führen. Des Weiteren werden die kostenpflichtigen Anschlüsse besser genutzt,
denn es ist nicht erforderlich, dass jedes Endgeräte eine eigene Nummer besitzen muss. Einige weitere Vorteile sind einer Telefonanlage sind: Weiterleitungen von Gesprächen (weiter verbinden), das Makeln oder das umleiten von Gesprächen (klassische Rufumleitung).

Moderne Telefonanlagen speichern Verrechnungsdaten und protokollieren einzelne Telefongespräche, sowie Zeiten und Rufnummern, so dass auch zu einem späteren Zeitpunkt eingehende und ausgehende Anrufe kontrolliert werden können.

Innerhalb der Telefonanlage können Berechtigungen für Nebenstellenanschlüsse gesetzt werden. So behält man die Kontrolle darüber, wer welche Gespräche von einzelnen Nebenstellen ausgeführt hat und welche Kosten dabei entstanden sind. Bei den Einstellungen der Telefonanlage lassen sich die Nebenstellen so konfigurieren, dass auch festgelegt werden kann wer und wie eine Nebenstelle erreichbar ist. Interne und externe Gespräche lassen sich über eine bestimmte Vorwahlziffer anwählen. Die Null (0) ist dabei eine gängige sogenannte Verkehrsausscheidungsziffer. Man unterteilt oft in folgende Kategorien:

  • "vollamtsberechtigt": Es gibt keinerlei Einschränkungen für die Telefonate
  • "ortsberechtigt": Die Nebenstelle darf eine 0 wählen, verfügt aber nur über die Wahl von Ortsgesprächen
  • "halbamtsberechtigt": Die Nebenstelle kann von außerhalb (extern) angerufen werden, darf jedoch selbst kein Anrufe nach extern tätigen. Externe Anrufe können jedoch durch den zugewiesenen Abfrageplatz freigegeben werden
  • "nicht amtsberechtigt": Die Nebenstelle darf externen Gespräche gar nicht führen. Sobald die „0“ gewählt wird, ertönt ein Besetztzeichen


Diese Rechtevergabe ist bei modernen Telefonanlagen meist noch ausgeprägter und kann weitaus feiner differenziert werden.

Technik
Telefonanlagen werden auch heute noch über sogenannte POTS oder ISDN Anschlüsse an das analoge öffentliche Telefonnetz angeschlossen. Selbst die Anbindung an den Mobilfunk stellt heute einen Standard dar, der über Gateways erfolgt.

Innerhalb der Telefonanlage befinden sich für die Endgeräte analoge und digitale Anschlussmöglichkeiten, die sogenannten Ports. Die Endgeräte können je nach Typ drahtlos oder kabelgebunden (oftmals DECT Standard) sein.

Digitale Endgeräten (ISDN-Telefone, ISDN-Karten oder systemspezifische Telefone) benötigen für den Anschluss einen S0-Bus. Dieser ist vieradrig und in allen modernen Telefonanlagen vorhanden. Alternativ ist eine systemspezifische Schnittstelle möglich, die die zweiadrige Schnittstellen Up0 und UpN verwendet.


Endgeräte und Telefonanlage sind häufig räumlich getrennt.
Deshalb sollten Sie über geeignete Installationskabel, wie z. B. ein Telefonkabel, Funkverteilnetze (DECT) oder Twisted-Pair-Kabel miteinander verbunden werden.

Zur Verbindung der Kabel und Verteiler werden Anschlussklemmen benötigt oder die Montage und Anschaltung erfolgt über eine strukturiere Verkabelung.

Bei der Nutzung mehrerer Telefonanlagen, besteht die Möglichkeit der Vernetzung unter einander. Diese Vernetzung wird häufig mittels einer Standleitung realisiert.
Hier sind auch Richtfunk und Wählleitungen möglich - diese werden jedoch recht selten eingesetzt.

Bei gleichen Herstellern werden häufig systemspezifische Protokolle verwendet um den Verbindungsaufbau und -abbau, sowie die Übermittlung der Nutzsignale zu steuern. Die Vernetzung unterschiedlicher Telefonanlagen muss über ein Protokoll erfolgen, über das beide Anlagen verfügen. Hier wird oft das OSIG-Protokoll verwendet, da es sich um eine standardisiertes Protokoll handelt und von fast allen Herstellern genutzt wird.

Telefonanlagen mit LAN-Anschluss sind in den letzten Jahren immer populärer geworden. So bieten diese Anlagen die Möglichkeit der IP-Telefonie, als auch die Vernetzung von anlageninternen Endgeräten und Nebenstellenanlagen.


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